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<title>aufgelesen.org</title>
<link>http://aufgelesen.org</link>
<description>Buchrezensionen</description>
<language>de-DE</language>
<copyright>Alexander Schau</copyright>
<lastBuildDate>Sun, 04 Jan 2009 19:29:11 CET</lastBuildDate><item><title>aufgelesen.org: "German Amok" von Feridun Zaimoglu</title><pubDate>Sun, 04 Jan 2009 19:29:11 0</pubDate><description>Sein Roman »Liebesbrand« wurde im letzten Jahr wie kaum ein anderer durch die Medien jongliert, nicht erst seit gestern wird der Autor als eine Art »neues deutsches [i]enfant terrible[/i]« von den einen beschimpft und von wieder anderen in den höchsten Tönen gelobt.
Der vorliegende Roman ist zwar einer der früheren, trägt aber bereits eine sehr markante Handschrift: Im Milieu der Berliner Independent-Kunstszene wird hier mit Beschimpfungen, Grobschlächtigkeiten und purer Dummheit um sich geworfen, dass man als Leser nicht recht weiß, ob man über diese geballte Ladung Arroganz und Aggression verzweifelt lachen oder doch lieber beschämt den Kopf schütteln soll.

Als Hauptfigur sucht sich Zaimoglu einen jungen Mann, der zwar gern als Maler gelten würde, dem es dafür aber leider schlicht an irgendwas fehlt: Können vielleicht, sicher auch Menschlichkeit. Dieser »Künstler« jedenfalls ist eine regelrechte Ausgeburt an Neid und Boshaftigkeit. Seine Mitmenschen hält er ausnahmslos für unfähig, verstockt, engstirnig, langweilig, krank oder schlicht dumm. Niemand genügt seinen Richtlinien, es scheint ihm schier unmöglich, mit jemandem ein ganz einfaches Gespräch anzufangen, ohne dabei an seinen eigenen Vorteil zu denken. – Und langsam entspinnt sich so etwas wie ein roter Faden, Szene folgt auf Szene, Vernissage auf Künstlertratsch, bis diese traurige und kläglich gescheiterte Existenz eines Tages mit einem Bekannten ins brandenburgische Treptin fährt, um dort mit einigen »armen Irren« japanisches Buto-Theater einzuüben. 

[quote]Der Geschlechtselan wird den Türkenbengeln noch vergehen, nicht wenige liegen bald im Rinnstein, und ihre Väter, wenn sie denn zurückgekehrt sind und im Teehaus ihres Dorfes die Zurückgebliebenen unterhalten, werden ihre Worte bedächtig wählen und sagen: Die Vergangenheit malt mit goldenen Stiften.[/quote]

Ich würde dieses Buch gern lauthals in der Luft zerreißen und es in Grund und Boden stampfen, nur leider weiß ich nicht konkret, wofür eigentlich: Zaimoglu stößt sich an allem, an Frauen im Allgemeinen und Nutten im Speziellen, an Schwulen, Ausländern und natürlich an den Ossis – aber er tut das mit einer sprachlichen Raffinesse, der man nur schwer den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Sicher, der überwiegende Teil ist nichts weiter als einigermaßen elegante, aber ansonsten leider vollkommen gesichts- und facettenlose Phrasendrescherei (der Klappentext indes bezeichnet Zaimoglu selbstverständlich als »begnadeten Sprachschöpfer«); immer wieder aber schimmert in all diesem tiefpolemischen Müll ein Satz durch, der allein durch seine einfache Schönheit besticht und es nicht nötig hat, sich hinter leeren Worthülsen zu verstecken.
Inhaltlich ist das alles nicht mehr als ein uninspirierter Ost-West-Konflikt auf Groschenromanniveau. Platte Triebbefriedigung zwischen Berliner Coolness und vulgärerotischer Randpsychologie. Eine wirkliche Intention sucht man letztlich vergeblich, und angesichts dieser völligen Aussagelosigkeit wirkt das Gelesene, dieser vor lauter Wut und Enttäuschung hinausgebrüllte Hass auf alles und jeden, am Ende nur noch unglaubwürdiger und lächerlicher. Es tut einem Leid um die vertane Zeit. </description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=131</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Dorfpunks" von Rocko Schamoni</title><pubDate>Mon, 29 Dec 2008 12:39:08 0</pubDate><description>In »Dorfpunks« erzählt Rocko Schamoni die Geschichte seiner Rocko-Schamoni-Werdung.
Gleichzeitig ist das wohl die Geschichte fast aller Jugendlicher, die intensiv träumen, aber nur vage wissen, wovon.
Es geht um Rebellion, Punk sein, (ohne zu wissen, was das eigentlich genau ist,) die Lehre überstehen, die ersten Schwierigkeiten mit Frauen, die Sehnsucht nach der Großstadt, das Verlieren der Freunde an die ersten Partner, absurde Spitznamen kurzum: Identitätssuche und -findung.
Und natürlich viel viel viel Musik.

[quote]Ich sah das erste Mal in meinem Leben doppelt und taumelte nach Hause. Auch diese wunderbaren Doppelbilder werde ich nie vergessen, ich war sehr stolz damals. So musste das Erwachsenwerden sein: Stereo.[/quote]

Wie üblich schreibt Schamoni aberwitzig und leicht irre, immer nachvollziehbar, immer in schlichten, treffenden Worten, immer an der Grenze des Ekels und der Absurdität, aber immer absolut liebenswert.

Der Roman lebt von Szenen, die zwar real vorstellbar sind, aber in der Nachwirkung als herrliche skurrile Denkmäler der Phantasie Schamonis im Hirn nachbrennen. Quasi Gedächtnis-Brandings. 

[quote]Er versuchte eine Ewigkeit, den Wagen wieder zu starten, vergeblich. Schließlich schloss er von innen die Türen ab, klappte den Sitz zurück und legte sich schlafen. Das einzige Problem daran war, dass er mitten auf der Umgehungsstraße, also wirklich quer auf der Hauptverkehrsader [...] stand. Er fiel in einen steinernen Schlaf und erwachte erst Stunden später durch das laute, dröhnende Geräusch, das die zwei Polizisten erzeugten, die mit ihren Fäusten wütend auf das Autodach einprügelten. Hinter ihnen standen in einer langen Schlange die Berufstätigen [...].[/quote]

So ideenreich, bildgewaltig und kreativ das Buch auch formuliert ist, uneingeschränkt gut ist es leider nicht.
Da man aus den »Sternstunden der Bedeutungslosigkeit« wirkliche Weisheiten ziehen kann, verlieren die »Dorfpunks« den Kampf um das beste Buch Schamonis einfach. Die einzige wirklich weise Stelle hier ist:

[quote]Seitdem gibt es für mich eigentlich keine schlechte Musik mehr, ich finde immer etwas darin [...]. Fast automatisch fange ich seitdem an, die Stücke, die ich höre, zu sezieren, mich auf einzelne Sounds oder Frequenzen zu konzentrieren, um etwas Geheimes zu finden. Da liegt soviel aus dem Leben des Menschen rum. [/quote]

Mein Fazit: Lustig, aber belanglos. Und das ist schade, weil der Schamoni das auch anders kann. Große Literatur wird das auch nie. Die Bilder sind immer liebevoller als die Sprache, aber wen interessiert bei Pop schon der Text?

Vielleicht bin ich aber auch einfach schon zu alt für die »Dorfpunks«, daher möchte ich die folgende Empfehlung aussprechen: 
Schüler aller Art: Unbedingt lesen!!!
Rocko-Schamoni-Freunde: Unbedingt lesen!!!
Erstleser über 23 Jahre: Bitte erst die »Sternstunden« lesen und süchtig werden!
Mutti: Das willst Du nicht wissen. Glaub mir.

Fertich.

(Wer aber noch nicht genug hat: )

[quote]Vor den Augen verdutzter Anwohner flog ich mehrere Meter an ihren Wohnzimmerfenstern vorbei und bremste meinen Flug schließlich wiederwillig mit der Nase auf dem Asphalt. Dann stand ich schnell auf und tat so, als ob das Ganze eine von mir beabsichtigte Übung gewesen wäre. [/quote]</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=130</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Der Geschichtenverkäufer" von Jostein Gaarder</title><pubDate>Fri, 19 Dec 2008 01:00:00 0</pubDate><description>Petter Spinnenmann, genannt „die Spinne“, ist an die italienische Küste geflüchtet und greift zum Schreibgerät. Zum ersten Mal ist es an ihm, eine Geschichte aufzuschreiben. Es ist die Geschichte seines Lebens.

Es beginnt mit einem phantasievollen, überaus begabten und intelligenten Kind, dem die Ideen nur so sprudeln. Er  erfindet Geschichten, geht ins Theater, Kino, in die Oper, liebt Tschaikowsky und  liest Lexika. Er hat keine Freunde, lässt stattdessen Filme in seinem Kopf ablaufen. Selbst erfundene Filme.

[quote]Ich selber legte mir nie Freunde zu, ich wollte es nicht. Unternehmungen mit Freunden konnten sich unmöglich damit messen, was ich mir allein ausdenken konnte.[/quote]

Bald beginnt er, Aufsätze für seine Mitschüler zu schreiben. Es steigert sich: seine überschäumende Phantasie nutzt er, um Geld zu verdienen, wird schließlich sogar reich mit einer einzigartigen Geschäftsidee: Er verkauft Romanideen an verkrachte Autoren. Zuerst zögerlich, dann mit System webt er sein Netz in zahlreichen Ländern der Erde. Irgendwann verstrickt er sich in seinem eigenen Netz. Damit hat vor allem Maria zu tun.

[quote]Sie war etwas ganz Besonderes, aber je besser ich sie kennenlernte, desto häufiger dachte ich, dass wir uns in vieler Hinsicht auch sehr ähnlich waren.[/quote]

Schließlich muss er fliehen, er zieht sich aus der Öffentlichkeit und zu sich selbst zurück. Die Spinne findet ihre Vergangenheit, ihre Zukunft und sich selbst wieder, wo sie doch all das über der Webarbeit vergessen hatte. 

[quote]Das Eis wirft Risse, und die kalte, finstere Tiefe unter der Oberfläche tut sich auf. Es werden keine Pirouetten mehr getanzt. Ich muss lernen, im tiefen Wasser zu schwimmen.[/quote]

Es hat sich gelohnt, dieses Buch zu lesen. Gaarder schreibt einfach und fesselnd. Gekonnt transportiert er Emotionen und Gedanken, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Er versteht es, den Leser in sein eigenes Netz einzuweben und nicht mehr loszulassen. Am Ende steht eine wertvolle Erkenntnis: Man kann sich auf keine Weise dem schrecklichen, dem herrlichen Leben entziehen. </description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=128</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Schlaflos" von Jon Fosse</title><pubDate>Thu, 18 Dec 2008 01:00:00 0</pubDate><description>Der Norweger Jon Fosse ist vor allem für seine Theaterstücke bekannt: Diese Texte sind hochpoetische Konstrukte voll soghafter menschlicher Tiefe und gleichzeitig zerbrechlicher Einfachheit. Fosse bedient sich dabei einer Sprache, die böse Zungen gern auch als »plump«, »einfältig« oder schlicht »langweilig« verurteilen.
Die Stücke und Romane sind relativ handlungsarm, Großes ereignet sich in ihnen eigentlich nie. Vielmehr sind es vorsichtige Momentaufnahmen, Bilder von einfachen Menschen, die immer nah am Geschehen bleiben und sich nicht durch das laute Drumherum ablenken lassen.

Im Mittelpunkt seiner neuesten Erzählung steht ein junges Paar, das eines Tages sein Heimatdorf verlässt und mit einem gestohlenen Boot zur nächstgrößeren Stadt übersetzt. Asle hat vor Jahren seinen Vater verloren. Nun ist auch noch seine Mutter gestorben, und der Junge muss das Bootshaus, in dem sie zur Miete gewohnt hatten, verlassen. – Alida teilt ein ähnliches Schicksal, denn ihr Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen und ihre Mutter hat Alida noch nie leiden können und all ihre Liebe der Schwester zuteil werden lassen.
Nun ist Alida auch noch schwanger von Asle, und damit ist die Sache klar: Die Mutter will sie nicht mehr sehen, keine »Prostituierte« in ihrem Haus haben, die ein uneheliches Kind empfangen soll, und so machen sich die beiden auf, um ein neues Quartier und vielleicht auch Arbeit für Asle zu finden.
Ihre Suche in Bjørgvin gestaltet sich schwieriger, als sie gedacht hatten: Von Tür zu Tür irren sie im kalten Herbstregen, und niemand will ihnen Obdach bieten. Niemand will Alida zu sich nehmen, diese »Schlampe«. Die beiden schleppen sich mühsam vorwärts, sie verlieren sich dabei immer wieder in Erinnerungen an frühere, glücklichere Tage – und kurz vor der endgültigen Verzweiflung kommt der Punkt, an dem sie sich nicht mehr abweisen lassen: Sie dringen mit Gewalt in eines der Häuser ein und Alida bekommt ihr Kind.

[quote]Aber denk nur, sagt Alida
Ja, sagt Asle
Denk nur mal an, sagt Alida
und sie legt sich die andere Hand auf den Bauch
Ja denk an, sagt Asle
und dann lächeln sie einander zu und dann gehen sie, Hand in Hand, den Hang hinunter und dann sieht Alida Asle auf dem Dachboden in der Kammer stehen und er hat nasses Haar und in seinem Gesicht ist etwas wie Schmerz und er sieht müde und verloren aus
Wo bist du gewesen, sagt Alida
Nein nirgends, sagt Asle
[/quote]

So sehr ich Fosses Texte grundsätzlich auch schätze, weil er mit einer derartigen Leichtigkeit und ohne viele Worte schreibt – diese Erzählung ist, gemessen an seinen früheren Romanen, doch ein wenig banal. Das Jesus-und-Maria-Motiv, das er sich zur Vorlage nimmt, wirkt zu überhöht; der Holzhammer der Nächstenliebe schwebt lange Zeit über bedrohlich nah über der Szene, bis er schließlich niedersausen und der Odyssee der beiden ein jähes Ende bereiten darf. Es ist nur ein Gefühl, und ich kann es nicht begründen, aber: Das Ende fügt sich für mich nicht harmonisch genug ein. Irgendetwas stimmt da nicht, geht zu schnell.
Die Dialoge scheinen zwar an Intensität noch hinzugewonnen zu haben, scheinen noch schlichtere und poetischere Form angenommen zu haben, die Erläuterungen und Beschreibungen abseits dieser Gespräche aber leiern irgendwann sehr. – Das tut der berauschenden Stille, die diesem Buch anhaftet, keinen Abbruch; ganz überzeugen kann »Schlaflos« dann aber letztlich trotzdem nicht. 
</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=129</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Alles über die Welt" von Klaus Ungerer</title><pubDate>Sun, 30 Nov 2008 12:00:00 0</pubDate><description>Schlechte Bücher gibt es ja immer wieder, dagegen hat ja auch niemand etwas. Kommt vor, kann ja nicht immer der literarische große Wurf sein. – Ärgerlich werden solche Bücher für einen persönlich erst dann, wenn sie alle Welt vorher in großen Tönen in den Himmel lobt. Dann wird man neugierig, will wissen, was denn jetzt so toll an diesem und jenem Buch ist. Und wenn’s richtig blöd läuft, wird man ordentlich enttäuscht.

Klaus Ungerers erster Roman ist laut Verlag »Ein Weltmosaik in Buchform«, »Ein literarisches Wimmelbild« und schlussendlich natürlich noch »Ein Roman wie keiner zuvor«. Hunderteinundfünfzig kleine Geschichtchen werden hier erzählt, der Erzähler reist um die halbe Welt und deckt dabei auf, was wirklich wichtig war: Forschungsexpeditionen, von denen niemand weiß; Inseln, deren Namen kaum jemand kennt; Menschen, die an Orten leben, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Die Schauplätze sind exotisch, die Episoden kurios, und obwohl im Gefüge der großen Weltordnung kein Hahn nach diesen Geschichten kräht, eröffnen sie dadurch gerade einen neuen Blick auf die Welt, von unten her, sozusagen. Aus der Winzigkeit heraus. 

Das alles klingt durchaus nach einem hübschen, interessanten und spannenden Konzept für einen Roman. Leider ist das Ganze nachher nicht mehr als eine bloße Aneinanderreihung pseudo-intellektueller Belanglosigkeiten. Ungerers Stil ist zwar durchaus flüssig und stellenweise auch recht lesenswert, doch merkt man ihm eben auch ganz stark den Feuilleton-Autor an: Größtenteils hat man das Gefühl, man würde belehrt, als koste der Autor es in vollem Maße aus, uns von oben herab vorzuführen, was er bei den Recherchen zu seinem Roman alles gefunden habe.
Die Geschichten sind langweilig, sie wirken völlig austauschbar und entbehren jeglicher Aussagekraft. Wirklich lohnenswert sind nur die wenigsten, ein paar gute Ansätzr sind hier und da dabei, aber eben auch nicht mehr.
Widmen Sie sich bitte wieder Ihrer Zeitung, Herr Ungerer, und überlassen Sie das Schreiben Leuten, die etwas zu sagen haben.</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=127</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Hiob" von Joseph Roth</title><pubDate>Thu, 27 Nov 2008 17:57:00 0</pubDate><description>»Hiob« erzählt die Geschichte eines ganz einfachen Juden: Mendel Singer ist ein zutiefst gottesfürchtiger Mann. Zusammen mit seiner Frau Deborah und ihren Kindern lebt er in einem kleinen russischen Dorf. Als Lehrer, der den Nachbarskindern für ein paar Kopeken die Gebote der Bibel näher bringt, kann er seine Familie eben gerade so noch über  Wasser halten.
Doch es ist nicht nur die Armut, die ihnen das Leben so schwer macht: Deborah hat ihrem Mann einen missgebildeten Sohn geboren, einen regelrechten Idioten – ein Kind, das nicht sprechen kann und das seiner Familie vom Tage seiner Geburt an durch seine bloße Existenz eine schier unerträgliche Last auferlegt. Die Mutter verwendet einen Großteil ihrer Kräfte auf Heilung ihres Sohnes, doch das so sehr erhoffte Wunder will sich einfach nicht einstellen und bleibt jahrelang aus. 
Als die Familie eines Tages nach Amerika aufbricht, um dort hoffentlich ein neues und besseres Leben zu beginnen, muss Deborah ihren kranken Sohn schweren Herzens zurücklassen. (Und jeder, der sich ein wenig mit der entsprechenden Geschichte im Altem Testament auskennt, wird sich denken können, dass das Schicksal es auch im »gesegneten Amerika« nicht viel besser mit Mendels Familie meinen wird).

[quote]Plötzlich setzte Mendel das Glas ab und sagte: »Wir werden nach Amerika fahren. Menuchim muss zurückbleiben. Wir müssen Mirjam mitnehmen. Ein Unglück schwebt über uns, wenn wir bleiben.« Er blieb eine Weile still und sagte dann leise:
»Sie geht mit einem Kosaken.«
Das Glas fiel klirrend aus den Händen Deborahs. Mirjam erwachte in der Ecke, und Menuchim regte sich in seinem dumpfen Schlaf. Dann blieb es still. Millionen Lerchen trillerten über dem Haus, unter dem Himmel.
Mit einem hellen Blitz schlug die Sonne ans Fenster, traf den blanken Samowar aus Blech und entzündete ihn zu einem gewölbten Spiegel.
So begann der Tag.[/quote]

Das Schöne an der ganzen Geschichte ist, dass Roth die biblische Vorlage nicht detailgetreu nacherzählt, sondern das Szenario zwar modernisiert, aber auch abändert und anpasst. Das tut er mit Worten, die im Gegensatz dazu beinahe malerisch-verträumt erscheinen, jedenfalls ganz und gar nicht »modern«. Stilistisch nähert sich der Roman dadurch sogar größtenteils wieder der Bibel an, denn Roths Sätze sind einfach und nicht überladen, dafür aber umso präziser. Als Leser hat man das Gefühl, man stecke mitten drin in diesem großen Sinnbild des Lebens, ein bisschen ist es fast so, als sitze man in der Kirche und lausche dem Pastor, der aber hier gleichzeitig und vor allen Dingen auch genauer Beobachter und glänzender Geschichtenerzähler ist.
Roth jedenfalls hat 1930 mit »Hiob« einen Roman vorgelegt, der trotz seiner markanten religiösen Züge viel mehr ist als eine bloße Nacherzählung: Die Geschichte des Juden Mendel ist auch ein Abbild der damaligen Gesellschaft und eine gelungene Annäherung an die Frage nach Wert und Unwert von Prinzipien und Moral.</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=124</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Ansichten eines Clowns" von Heinrich Böll</title><pubDate>Thu, 27 Nov 2008 12:04:22 0</pubDate><description>Hans Schnier will nur eines: er will seine Frau zurück. Als ihn Marie verlässt, bricht eine Welt für den erfolgreichen Clown zusammen. Aus Verzweiflung gibt er sich dem Alkohol hin und fällt so immer tiefer die Karriereleiter hinab. Die Veranstalter sagen seine Auftritte ab und auch sein Agent wendet sich von ihm ab. Von seiner letzten Vorstellung bleiben ihm nur eine Zugkarte zweiter Klasse nach Hause, eine Flasche Kognac und ein verletztes Knie, das ihm das Leben nicht gerade leichter macht. 

Aber in Bonn wird es nicht einfacher für ihn. Er ist pleite und alles erinnert an die Zeit mit Marie. Während er versucht Geld aufzutreiben und Informationen über den Aufenthaltsort Maries, reflektiert er unwillkürlich sein Leben und die Ereignisse, die zu seiner misslichen Lage geführt haben. Doch die Situation scheint aussichtslos – als Künstler in der Lokalzeitung verrissen, verweigern auch die Angehörigen und Bekannten ihre Hilfe. Aus Maries Katholikenkreis will ihm niemand sagen, wo Marie ist. Besonders von den Katholiken fühlt er sich betrogen, waren sie doch maßgeblich daran beteiligt, dass sie ihn verlassen hat. Sie hatte wohl das, was sie metaphysischen Schrecken nannte, nicht mehr länger ertragen.

[quote]Bei Marie fing ich schon an zu zweifeln: ihr >>metaphysischer Schrecken<< leuchtete mir nicht ein, und wenn sie nun hinging und mit Züpfner all das tat, was ich mit ihr getan hatte, so beging sie Dinge, die in ihren Büchern eindeutig als Ehebruch und Unzucht bezeichnet wurden. Ihr metaphysischer Schrecken bezog sich einzig und allein auf meine Weigerung, uns standesamtlich trauen, unsere Kinder katholisch erziehen zu lassen. Wir hatten noch keine Kinder, sprachen aber dauernd darüber, wie wir sie anziehen, wie wir mit ihnen sprechen, wie wir sie erziehen wollten, und wir waren uns in allen Punkten einig, bis auf die katholische Erziehung.[/quote]

 Auch finanziell ist keiner bereit ihm aus der Patsche zu helfen. Vor allem nicht seine Eltern, die zwar sehr wohlhabend sind, aber jeden Pfennig zweimal im Portemonnaie umdrehen. Also bleibt dem Komiker nur noch eine Möglichkeit an Geld zu kommen… 

Nur wenige Stunden vergehen zwischen der Ankunft Schniers in Bonn und dem ruhmvollen Ende und doch hat man den Eindruck, dass unheimlich viel geschehen ist – vor allem in der Hauptfigur. Dies wird besonders durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive und die zahlreichen Rückblenden erreicht, in denen man Einblicke in die Vergangenheit des Clowns bekommt. Auf ironisch-satirische Weise werden so seine Jugend während des Dritten Reiches, die Beziehung mit Marie und dem Treffen mit ihrem Katholikenkreis oder den Kommunisten reflektiert. Mehrzeilige Satzgefüge wechseln sich mit kurzen prägnanten Sätzen ab. Zahlreiche Dialoge durchbrechen die umfangreichen Monologe des Hauptdarstellers.  Auf eine beängstigende Weise gelingt es dem Autor uns in den Protagonisten hineinzuversetzen – man möchte sich angesichts der aussichtslosen Situation schon vor einen Zug werfen und wird im nächsten Augenblick über die Unsinnigkeit dieses Gedankens aufgeklärt.

[quote]Ich zögerte an Selbstmord zu denken, aus einem Grund, der hochmütig erscheinen mag: ich wollte mich Marie erhalten.[/quote]

Wie sehr viele von Bölls Romanen so spielt auch Ansichten eines Clowns in der Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges. Wegen seines angeblichen Antikatholizismus löste er bei seinem Erscheinen 1963 heftige Diskussionen aus. Böll, wie er in einem Text 22 Jahre später klarstellte, wendete sich allerdings nicht gegen den Katholizismus an sich, sondern gegen bestimmte katholische Verbände und Organisationen. Aber auch was die Geschichte der Bundesrepublik betrifft, so ist, wie er selbst darlegt, sehr viel in diesem Buch versteckt. Zum einen wäre da sicher die fehlende Verarbeitung der NS-Zeit, die man im Roman besonders an den Eltern Schniers miterlebt – während des Krieges noch überzeugte Anhänger des Nationalsozialismus, wendet sich die Haltung nach dem Krieg ins komplette Gegenteil. So arbeitet die Mutter zum Beispiel danach für das „Zentralkomitee zur Versöhnung rassischer Gegensätze“. Mit keinem Wort wird allerdings über die begangenen Missetaten gesprochen. Ein Grund dafür ist unter anderem wohl der institutionelle Katholizismus, der von seinen Anhängern fordert, sich abzufinden und nach vorne zu schauen. Nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern der Glaube an irgendwelche höheren Ordnungsprinzipien. So kann es nicht sein, dass Marie als Katholikin in wilder Ehe mit dem Komiker lebt. Das Motiv des Sich-Abfindens taucht vor allem auch bei den Gesprächen zwischen den Kreismitgliedern und Schnier wieder auf, jedoch denkt dieser nicht im Entferntesten daran aufzugeben. Er will trotz aller Hindernisse um sie kämpfen, auf seine Weise.
</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=126</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury</title><pubDate>Thu, 27 Nov 2008 09:47:16 0</pubDate><description>Dieser packende Zukunftsroman liefert ein erschreckendes Szenario: Die Gesellschaft verdummt und wird von der Regierung durch Massenmedien in Schach gehalten. Bildung und mit ihr Bücher wurden nach und nach zum Sündenbock für jegliche Kontroverse erklärt. Kontroverse macht Menschen unglücklich. Menschen wollen aber glücklich sein.

[quote]People want to be happy, isn't that right? Haven't you heard it all your life? I want to be happy, people say. Well, aren't they? That's all we live for, isn't it? For pleasure, for titillation? And you must admit our culture provides plenty of these.“[/quote]

Durch die Abschaffung von intellektueller Herausforderung,  die radikale Vereinfachung von schulischer Ausbildung, die Banalität jeglicher noch vorhandener Medien und schließlich die organisierte Vernichtung von Büchern wird dafür gesorgt, dass jeder glücklich ist. Und auch dafür, dass jeder, der nach dem „Warum“ fragt, ein „Asozialer“ ist.

[quote]A book is a loaded gun in the house next door.“[/quote]

Guy Montag, der Protagonist, ist ein Feuerwehrmann. Er verbrennt Bücher anstatt Feuer zu löschen. Wird eine besonders große Sammlung Bücher aufgefunden, brennt er auch mal ein ganzes Haus nieder. Notfalls mit den Besitzern zusammen.
Montag ist von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt, bis er eines Tages auf die Außenseiterin Clarisse McClellan trifft.  Mit ihrer sympathischen Verrücktheit weckt sie ihn aus seiner indoktrinierten Lethargie. Montag stellt die Ideologie, der er folgt, immer mehr in Frage. Er beginnt, Bücher zu lesen. 
Schließlich wird es gefährlich für ihn. Guy Montag weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann, sein Chef, seine Kameraden, sogar seine Frau scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben. Wird er wirklich verfolgt? Findet er einen Weg, die Bücher zu verstehen und das System zu besiegen?

Bei diesem Buch ist es nicht nur die spannende Handlung, die es lesenswert macht. Bradburys Sprache zog mich von der ersten Seite an in seinen Bann. Seine Bilder sind einprägsam und deutlich, trotzdem aber elegant. Er wusste definitiv, wie er Worte einsetzen musste.


Ray Bradbury provozierte schon 1953 mit diesem Buch. Bis heute hat es seine schockierende Wirkung nicht verloren: Kann es passieren, dass die Gesellschaft von sich aus auf Bildung verzichten wird? Holt uns unsere Vergangenheit wieder ein? 
Die Zustände in dieser Zukunftsgesellschaft, der Umgang der Menschen miteinander ist erschreckend. 
Noch erschreckender ist die Tatsache, dass der Text aktueller nicht sein kann. Auch wenn es einige Kritikpunkte an diesem Gesellschaftsentwurf geben mag – ein lesenswertes Buch ist es allemal. Allein schon, wenn man bedenkt, dass die letzten Bücherverbrennungen nicht in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stattfanden. Die letzte, bei Wikipedia gelistete Bücherverbrennung geschah im Mai 2008.

"Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
Heinrich Heine</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=125</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Paradies" von A. L. Kennedy</title><pubDate>Sun, 23 Nov 2008 19:20:00 0</pubDate><description>»Was voll ist, wird geleert werden.« - Ja, dieser Satz ist wohl so etwas wie <i>der</i> Dreh- und Angelpunkt, um den alles kreist: »Paradies« ist nicht nur ein erschütternder Roman über ein Leben im Alkohol, sondern gleichzeitig etwas noch viel Größeres von derartiger (Wort)Kraft, dass es einen umwirft.

Kennedy erzählt in erster Linie Hannahs Geschichte: Die Mittdreißigerin ist seit der Schulzeit dem Alkohol verfallen und wacht eines Morgens in irgendeinem Hotelzimmer auf, mit einer ganzen Menge Restalkohol im Blut und nur sehr bruchstückhaften Erinnerungen an die letzte Nacht. Nach und nach kehren die Einzelheiten zurück, und Hannahs Gedanken machen sich auf die Reise – zu ihrem geliebten Bruder und dessen Frau, die sich um Hannah kümmern, zu ihren Eltern, die Hannah am liebsten nie mehr wieder sehen würden, weil die Tochter der Mutter- und Vaterliebe nicht genügen kann und mehr zerstört, als es ihr lieb ist.
Hannah erzählt von der Zeit in der Ausnüchterungsklinik, aus der sie geflohen ist – und sie erzählt von Robert, dem Zahnarzt, von dem man nie so recht weiß, ob er nun Hannahs Rettung oder ihr endgültiges Verderben bedeutet: Eine rücksichtslose Zuneigung zueinander und der Alkohol lassen die beiden nicht voneinander loskommen.

[quote]So enden viele meiner Geschichten, sie versanden einfach in immer längeren Aufzählungen, und ich merke, dass ich viel zu oft [i]oder[/i] sage und denke, dass ein Leben voller Möglichkeiten in mancher Hinsicht nicht immer nur erfreulich ist.[/quote]

Hannah ist keine typische Trinkerin, sondern vielmehr eine bissige, intelligente und vermutlich auch nicht unattraktive Frau, deren Gedanken die meiste Zeit über bestechend frei sind. A. L. Kennedy nimmt diese Gedanken und lässt sie umherwirbeln, sät grundexistenzielle Wahrheiten, und zwar stellenweise mit einer Brutalität, der man sich nicht in den Weg zu stellen wagt: Während Hannah auf Händen und Knien darum kämpft, ihr Leben nicht völlig aus den Augen zu verlieren, brennt die Autorin ein regelrechtes menschliches Feuerwerk ab und rührt dabei immer wieder an unserer aller Grundwerte.
Funken sprüht auch die Sprache: Virtuos und mit einer bewundernswerten Mischung aus trockenem Realitätssinn, bitterstem Humor und beinahe zerbrechlicher Poesie wird da erzählt und geschildert, die Beschreibungen sind unglaublich facettenreich und lassen die Worte sich zu regelrechten Sprachgranaten entladen.
Jede einzelne Seite ist ein hochgradig sinnliches Erlebnis.

[quote][i]»Wir sind im [b]Krieg[/b]?«[/i]
Und du kannst dir nicht vorstellen, wie etwas so Großes sich unbemerkt ereignen konnte, ein ganzer Krieg ohne dein Wissen, und deine Nachbarin reicht dir ihre Zeitung, schaut dich an, als wärst du tot und leer, und du kannst die Schrift und die Bilder nicht sehen, weil sie sich bewegen, dich farbenblind, stockblind machen, und nichts in der Kabine ist mehr sicher, und alles riecht nach Bomben, und du gleitest in ein ruheloses Dunkel, wo du schwebend treibst, wo du nackt wie die Sünde bist, unter dir ist nichts als heiße, feuchte Erde, kein Zeichen menschlicher Vergangenheit außer diesem Schlachthausgestank, der dich einfängt, dich sinken lässt, dich hinüberzieht, bis du ihn berührst, bis du über klebrig glitschigen roten Schlamm rutschst, und hier und dort zuckt er unter dir, und das hat etwas zu bedeuten, du begreifst es – dass die Toten nach oben treten, dass sie sich deiner erinnern, dich hören, schmecken, dass du da bist. Sie wollen dich dort unten haben. Sie wollen dich bei sich begraben haben.[/quote]</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=89</link></item><item><title>aufgelesen.org: "Nixenkuss" von Samantha Hunt</title><pubDate>Fri, 21 Nov 2008 23:00:00 0</pubDate><description>Irgendwo zwischen dem Leben in einer Kleinstadt, mit der Familie in den Räumen eines alten Seemannsheimes hausen und der unwirklichen, fantastischen Welt einer Nixe, liegt die Welt des 19jährigen Mädchens, um das es hier geht.

Eine verwirrende, verworrene, verschwimmende Geschichte wird hier aufgeblättert und da ist es nicht verwunderlich, dass der Leser sich nicht zurecht findet, nicht immer, aber das ist oft so egal, ob das jetzt Realität oder einfach nur die verschwommene Wahrheit des Mädchens ist, weil sie denkt, sie sei nun einmal eine Nixe und Jude, den sie liebt, dem Meer gewiss, weil er sie nicht heiraten will, nicht einmal lieben will.

[quote]"Ein Wort: razbluito. Wir haben keinen entsprechenden Ausdruck dafür, aber ich finde, das sollten wir ändern. [...] Das Wort bedeutet nämlich: 'Was man für jemanden empfindet, den man einmal geliebt hat.'"
"Hass?", sagt Jude.
"Enttäuschung", schlägt meine Mutter vor, ohne von ihrem Buch aufzublicken. [...] Sie liegen alle falsch. Es gibt einen Grund, warum wir kein Wort dafür haben. Wir dürfen die Gefühle für jemanden, den wir einmal geliebt haben, nicht behalten. Wenn wir uns von ihm reingewaschen haben, werden alle Gefühl, wird all das schmutzige Wasser zum Meer hinausgespült. Es gibt für dieses schmutzige Wasser kein Wort. (S. 119)[/quote]

Das Mädchen erzählt nicht nur ihre manchmal traurige, manchmal verrückte Geschichte, es erzählt auch große Teile, schöne Teile aus dem Leben vom Großvater, einem alten Schriftsetzer, der an seinem Lebenswerk arbeitet, einem allumfassendem Wörterbuch; sie erzählt von Jude, ihrer großen Liebe und dem jungen Mann in ihm, den der Krieg verwundet hat; und sie erzählt von der Mutter, die immer noch ihrem verschwundenen Mann hinterhertrauert und fast akzeptiert, dass ihre Tochter wirklich glaubt, es sei eine Nixe. Fast.

[quote]"Oh", sagt sie und ihre Stimme klingt wie die Stimme einer Mutter, deren Tochter gerade etwas zerbrochen hat, etwas aus Porzellan oder Kristall, und die sich alle Mühe gibt, nicht böse zu werden. Doch was für sie in diesem Moment zerbrochen ist, das bin ich. (S. 128)[/quote]

Das hier ist eine Geschichte, die eigentlich mehr Märchen ist, als Roman. Es wird mit so viel Phantasie und Liebenswürdigkeit von diesem Mädchen erzählt, von ihrem Leben, dass man sich am liebsten gleich das nächste Buch der Autorin greifen mag. Schade nur, dass es auf Deutsch noch keines gibt. 

Samantha Hunt schafft es in diesem Buch, das ein oder andere Mal ein paar geschickte Sätze einfließen zu lassen und das alles auch noch gut zu verpacken, aber  es ist nicht einmal so sehr die Sprache, die fesselt, eigentlich ist nur: Die Geschichte. Diese großartige Geschichte, in die man eintaucht, um am Ende mit dem Mädchen ins Meer zu gehen.</description><link>http://aufgelesen.org/bibliothek.php?buch=119</link></item>
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