Sergio Bambaren
Der kleine Seestern
Nur diejenigen, die es wagen, weiter zu gehen als sehr weit fort, können herausfinden, wie weit sie wirklich gehen können.
Es wird langsam Winter, Herbst haben wir ja schon längst, und damit kann man sich mal wieder etwas Ruhiges gönnen, ein kleines Büchlein, das Herz und Seele wärmt und vielleicht sogar noch ein bisschen zum Nachdenken anregt.
Sergio Bambaren hat ein solches Büchlein geschrieben und erzählt darin das Gleichnis vom kleinen Seestern – als Noah einst mit der Arche aufbrach, um von jeder Tierart zwei Exemplare vor der Sintflut zu retten, vergaß er das kleine Tierchen nämlich mehr oder weniger. Als man dann endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war nur noch ein einziger Seestern übrig – zu wenig zur Erhaltung der Spezies. Gott nahm ihn zu sich und setzte ihn in den Himmel, von wo aus er fortan auf die Welt hinabschauen konnte.
Viele Jahre später treffen wir im Rahmen der Weihnachtsgeschichte um Joseph und Maria ein armes altes Maultier, dessen ganzes Leben nur aus Arbeit und Leiden besteht. Joseph kauft es seinem Bauern ab und so wird ihm schließlich das Privileg zuteil, Maria und das Jesuskind nach Nazareth tragen zu dürfen. Nach getaner Arbeit begegnen wir wieder dem kleinen Seestern – er holt das Maultier zu sich und führt es in eine Welt voller Schönheit und Frieden.
Ganz schön ist diese kleine Parabel ja, die Bambaren sich da erdacht hat, aber gleichzeitig ist es auch ein bisschen zu wenig. Der Verankerung im christlichen Glauben hätte es nicht bedurft, das Ganze gewinnt dadurch einen unangenehm-religiösen Beigeschmack. Insgeheim bleibt diese Geschichte etwas hinter den Erwartungen zurück und auch als Lektüre für Groß und Klein eignet sie sich meiner Meinung nach auf Grund der durch und durch christlichen Färbung nur mäßig.
Ein kleines Lob allerdings an die Illustrationen von Henriette Sauvant: Wirklich schön!
ISBN 3492047394, Piper 2005, 80 Seiten, gebunden, € 9,90
rezensiert von Alex am 07.11.2008
rezensiert von Alex am 07.11.2008
